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  5. EEG 2023: Das hat sich für Photovoltaik-Anlagen geändert


Photovoltaik gewinnt erneut an Attraktivität für private Wohnsitze. Dies ist auf verschiedene Anpassungen im überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurückzuführen, das teilweise seit dem 30. Juli 2022 in Kraft ist. Ab Januar 2023 ist das EEG 2023 nun in seiner Gesamtheit gültig.


Für das langjährige Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat die Bundesregierung am 7. Juli 2022 eine Neufassung beschlossen, die am 30. Juli 2022 in Kraft trat. Ab dem 1. Januar 2023 sind sämtliche Bestimmungen des EEG 2023 in vollem Umfang wirksam, nachdem auch die notwendige EU-Genehmigung vorliegt. Dieses Gesetz reguliert den Einspeisung von erneuerbarem Strom in die öffentlichen Stromnetze, und es betrifft insbesondere Photovoltaik-Anlagen (PV) mit Netzanschluss, die von den Regelungen und Vorschriften des EEG erfasst werden und in den Genuss einer Fördervergütung kommen können.

In diesem Zusammenhang möchten wir die jüngsten Anpassungen des EEG 2023 vorstellen, die für Betreiber von typischen PV-Hausanlagen mit einer Leistung von etwa 3 bis 20 Kilowatt (kWp) von Bedeutung sind. Dabei werden keine Änderungen hinsichtlich Freiflächenanlagen oder Mieterstrom behandelt.

Ziel des EEG 2023: Förderung des erneuerbaren Energien-Ausbaus Das EEG 2023 strebt einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien an. Für das Jahr 2023 ist das Ziel die Inbetriebnahme von 9 Gigawatt (GW) neuer PV-Anlagenleistung. Ab 2026 wird angestrebt, ehrgeizige 22 Gigawatt an neuen Anlagen zu erreichen. Demnach sollen zahlreiche neue PV-Anlagen in Deutschland errichtet werden, wobei etwa die Hälfte auf Dächern und die andere Hälfte als Freiflächenanlagen geplant ist.

Solar power plant engineer makes a visual inspection of solar panels

Erleichterter Netzanschluss für Photovoltaik-Anlagen in der Zukunft Ab 2025 sind die Netzbetreiber verpflichtet, ein Portal bereitzustellen, das es Interessierten erleichtert, Anfragen für den Netzanschluss geplanter Photovoltaik-Anlagen zu stellen. Hierbei werden auch zeitliche Vorgaben festgelegt, innerhalb derer Netzbetreiber solche Anfragen bearbeiten müssen. Des Weiteren ist die Digitalisierung und Vereinheitlichung von Netzanfragen auf Bundesebene geplant, wenngleich dies erst in einigen Jahren umsetzbar sein wird.

Vereinfachungen für bestehende Photovoltaik-Anlagen Das neue EEG beinhaltet verschiedene Vereinfachungen, darunter die komplette Streichung der EEG-Umlage, wodurch bei einigen bestehenden PV-Anlagen ein zusätzlicher Erzeugungszähler entfallen kann. Auch die Abrechnung beim Verkauf von Strom wird durch das Wegfallen der EEG-Umlage erheblich vereinfacht.

Für PV-Anlagen, die vor dem 30. Juli 2022 in Betrieb genommen wurden, gelten die ursprünglichen Vergütungssätze weiterhin. Die neuen (höheren) Vergütungssätze finden nur Anwendung auf neu in Betrieb genommene Anlagen.

Maximale Einspeisung für neue Photovoltaik-Anlagen möglich Ab dem 1. Januar 2023 entfällt die technische Beschränkung, dass nur maximal 70 Prozent der PV-Nennleistung in das öffentliche Netz eingespeist werden dürfen, für neu in Betrieb genommene Anlagen. Darüber hinaus wurde im Oktober 2022 durch eine weitere EEG-Änderung beschlossen, dass Bestandsanlagen mit einer Leistung bis zu 7 kWp diese Regelung künftig nicht mehr einhalten müssen. Ältere Anlagen zwischen 7 und 25 kWp müssen jedoch weiterhin die entsprechende Programmierung beibehalten.

Neue Vergütungssätze Seit dem 30. Juli 2022 gelten neue Vergütungssätze für Anlagen, die seit diesem Zeitpunkt in Betrieb genommen wurden. Es gibt Unterschiede zwischen Volleinspeise- und Eigenversorgungsanlagen. Diese Vergütungssätze sind ebenfalls für neu in diesem Jahr (2023) in Betrieb genommene Anlagen gültig.

Eigenversorgungsanlagen erhalten nun höhere Vergütungssätze im Vergleich zur festen Einspeisevergütung. Anlagen mit bis zu 10 kWp erhalten 8,2 Cent pro kWh, während Anlagen größerer Kapazität ab 10 kWp 7,1 Cent pro kWh bekommen.

Für Volleinspeiseanlagen gelten noch höhere Vergütungssätze. Diese erfordern jedoch, dass die Anlage als Volleinspeise-Anlage beim zuständigen Netzbetreiber gemeldet wird, bevor sie in Betrieb genommen wird. Um auch in den kommenden Jahren von den Volleinspeise-Vergütungssätzen zu profitieren, muss die Meldung jeweils vor dem 1. Dezember des Vorjahres erfolgen.

Die festen Einspeisevergütung kann wie folgt kalkuliert werden:

  • Anlagen bis 10 kWp erhalten 13,0 Cent pro kWh.
  • Für Anlagen größerer Kapazität ab 10 kWp beträgt die Vergütung 10,9 Cent pro kWp.

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die genannten Vergütungssätze aus dem EEG 2023 stammen, das seit dem 30. Juli 2022 in Kraft ist. Die Werte für die feste Einspeisevergütung ergeben sich aus verschiedenen Angaben und Regelungen im EEG 2023.

Eine steuerliche Anmerkung: Seit dem 1. Januar 2023 beträgt der Umsatzsteuersatz für den Kauf einer Photovoltaikanlage 0 Prozent. Daher entfällt die Abrechnung der Umsatzsteuer beim Finanzamt, und auf die ausgezahlte Einspeisevergütung seitens des Netzbetreibers wird ebenfalls keine Umsatzsteuer erhoben.

Keine reduzierte Vergütung bei Verzögerungen im Bau von Photovoltaik-Anlagen Verzögerungen beim Bau von Anlagen werden nun nicht mehr mit einer geringeren Vergütung bestraft. Konkret bedeutet dies, dass die monatliche Absenkung der Vergütungshöhe, also die Degression der Vergütungssätze, ausgesetzt wird, bis Anfang 2024, unabhängig davon, wann die Anlage im Jahr 2023 in Betrieb geht.

Die großzügige Fördervergütung soll dazu beitragen, mehr PV-Anlagen auf Dächern zu errichten, auch wenn diese wenig oder keinen Eigenverbrauch aufweisen.

Bisher hat sich Photovoltaik auf solchen Dächern in der Regel nicht wirtschaftlich rentiert, doch die neuen Vergütungssätze sollen diesen Umstand korrigieren. Die Neuregelungen ermöglichen außerdem die gleichzeitige Inbetriebnahme von Eigenverbrauchs- und Volleinspeiseanlagen auf demselben Gebäude, wodurch das volle Potenzial der Dachflächen ausgeschöpft werden kann. Diese Lösung ist eher für größere Anlagen geeignet, da beide Anlagen technisch voneinander getrennt sein müssen, beispielsweise durch eigene Wechselrichter.

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass trotz der großzügigen Vergütungen die wirtschaftlichste Option in den meisten Fällen in Eigenversorgungsanlagen liegt. Hier mag zwar der Vergütungssatz für die Einspeisung geringer sein, aber der finanzielle Vorteil, den Sie durch die eigene Nutzung des Solarstroms erzielen, ist größer.

Förderung für Photovoltaik-Anlagen im Garten als Alternative Zukünftig haben Sie die Möglichkeit, eine Fördervergütung für PV-Anlagen mit einer maximalen Leistung von 20 Kilowatt zu erhalten, wenn die Module nicht auf dem Dach, sondern im Garten installiert werden. Das EEG 2023 stellt hierbei bestimmte Bedingungen auf, darunter die Notwendigkeit, nachzuweisen, dass das Hausdach nicht für die Installation von Solaranlagen geeignet ist. Die konkreten Umsetzungshinweise sollen in einer Verordnung festgelegt werden, wobei bislang nicht klar ist, was mit “nicht geeignet” genau gemeint ist, sei es technisch oder wirtschaftlich.

Es ist wichtig zu beachten, dass trotz dieser Regelung das Baurecht weiterhin gilt. Für Anlagen im Garten oder beispielsweise für Carports mit PV-Modulen kann eine Baugenehmigung von der Gemeinde erforderlich sein. Stand heute (Januar 2023) wird davon abgeraten, Projekte in Angriff zu nehmen, die sich auf diese EEG-Regelung stützen, da die genauen Anforderungen und Bedingungen noch nicht vollständig geklärt sind.

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